Qualität in der Pflege kann nur ein Ziel haben:
Lebensqualität für den Pflegebedürftigen


Was ist das eigentlich, Qualität in der Pflege?
Die Bestimmung von Qualität, also von Beschaffenheit und Güte der Pflege ist alles andere als einfach. Insofern ist es verständlich, dass sich das Qualitätsmanagement auf Elemente konzentriert, die einer Bewertung leicht zugänglich sind – wie beispielsweise das Einhalten von Hygienerichtlinien und Feuerschutzbestimmungen oder die Umsetzung von Standards der Wundversorgung.

Es gibt jedoch viele Bereiche, die sich einer Normierung und Standardisierung entziehen und nur in täglich neuen Aushandlungs- und Abwägungsprozessen das ermöglichen, was den Kern der Pflege ausmacht:

der Versuch, die Unantastbarkeit der Menschenwürde
für und mit dem Pflegebedürftigen umzusetzen.


Hierbei geht es nicht die Sicherstellung von körperlicher Unversehrtheit und einer gesunden Lebensweise um jeden Preis, sondern vielmehr um die Achtung eines jeden Bewohners, Patienten oder Klienten in seiner Lebenssituation. Diese drückt sich einerseits in der Akzeptanz und der Ermöglichung von Selbstbestimmtheit aus, andererseits in der Sicherstellung, dass der Pflegebedürftige jenseits aller pflegerischen Handlungen als Mensch und nicht als bloßer Kunde wahrgenommen wird.

Die Güte der Pflegeleistung kann streng genommen nur von einem einzigen Menschen bestimmt werden: dem Pflegebedürftigen selbst. Der Pflegeempfänger ist die erste Instanz, die feststellen kann, ob die Qualität seiner Pflege sehr gut, gut, ausreichend oder schlecht ist. Nur er kann wissen, ob sie zu seiner Lebensqualität beiträgt oder nicht.

Ist ein Mensch nicht mehr im Vollbesitz seiner geistigen Fähigkeiten, wird es etwas komplizierter. Hier bleibt dem Pflegepersonal nichts anderes übrig, als aus den Handlungen, Gesten und Äußerungen des Pflegebedürftigen zu schließen, ob er die Pflege für gut erachtet. Als Korrektiv der eigenen Auffassung kann nur die Einschätzung anderer, etwa der Angehörigen und Kollegen, herangezogen werden, jedoch keine noch so gut formulierte Norm, denn:

Wer gut gelagert ist, muss nicht unbedingt gut gebettet sein.